MPU in der Probezeit
von Thomas Wolf | MPU-Experte und Berater
Zuletzt aktualisiert: 31. March 2025 · Lesedauer: 14 Minuten
Wenn Fahranfänger während ihrer zweijährigen Probezeit wiederholt Verkehrsverstöße begehen, kann dies zur Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) führen. Die Betonung liegt hier auf kann. Unter welchen Bedingungen eine MPU in der Probezeit unumgänglich ist, und wann keine Untersuchung zu befürchten ist, erfährst du in diesem Artikel.
Die Probezeit für Fahranfänger dauert in der Regel zwei Jahre, in denen sie besonders auf ihr Fahrverhalten achten müssen, um die frische Fahrerlaubnis nicht zu gefährden. Während der Probezeit ist es daher um so wichtiger, sich an die Verkehrsregeln zu halten, um nicht in eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) zu geraten.
Die konkreten Folgen und Kosten, die eine MPU mit sich bringt, findest unten im FAQ-Bereich.
Die Probezeit wurde eingeführt, um Fahranfängern die Gelegenheit zu geben, ihre Fähigkeiten im Straßenverkehr unter realen Bedingungen zu erproben und dabei Verantwortung zu übernehmen. Die Probezeit trägt dazu bei, das Unfallrisiko zu senken, indem es Fahranfänger dazu anhält, besonders aufmerksam und vorsichtig zu fahren.
Die MPU dient dazu, die Eignung zum Fahren zu ermitteln, insbesondere nach schweren und wiederholten Verkehrsverstößen. Eine MPU wird angeordnet, um sicherzustellen, dass der betroffene Fahrer aus seinen Fehlern gelernt hat und keine Gefahr mehr für den Straßenverkehr darstellt.
Ja, eine MPU kann unter bestimmten Umständen bereits in der Probezeit angeordnet werden. Bereits in der Führerschein-Probezeit die neue Fahrerlaubnis wieder entzogen zu bekommen ist selten, aber nicht ausgeschlossen.
Für alle Fahranfänger gilt sich bewusst zu machen, dass jeder Verstoß schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Wer schon in der Probezeit eine MPU angeordnet bekommt, muss sich einer eingehenden Untersuchung unterziehen, die sowohl psychologische als auch medizinische Aspekte umfasst.
Es gibt gesetzliche Bestimmungen und Regeln, die genau festlegen, wann eine Untersuchung in der Probezeit angeordnet wird. Um den genauen Weg vom ersten Verkehrsverstoß bin hin zur tatsächlichen Anordnung zu verstehen, müssen wir zuerst klären, was es mit den Verstößen der Kategorie A (schwer) und B (leicht) auf sich hat.
Ein A-Verstoß umfasst schwere Verkehrsverstöße wie zum Beispiel hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen, das Überfahren roter Ampeln und Fahren unter Alkoholeinfluss. Diese Straftaten werden besonders streng geahndet, da sie ein hohes Unfallrisiko darstellen und mit einer Strafe verbunden sind.
Die Folge:
In der Probezeit reicht bereits ein einziger A-Verstoß für die Teilnahme an einem Aufbauseminar. Hinzu kommt die Verlängerung der Probezeit um zwei weitere Jahre, auf insgesamt vier Jahre.
Typische B-Verstöße sind beispielsweise Falschparken, kleinere Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie das Fahren mit abgefahrenen Reifen. Diese Verstöße werden als weniger schwerwiegend eingestuft, können jedoch bei Häufung ebenfalls zu ernsthaften Konsequenzen führen.
Die Folge:
Wer in der Probezeit zu zwei B-Verstößen muss ebenfalls an einem Aufbauseminar teilnehmen inklusive der Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre.
Was du bis hier hin mitnehmen solltest
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Das Aufbauseminar (ASF) ist eine verpflichtende Nachschulung für Fahranfänger, die in der Probezeit einen schwerwiegenden oder zwei weniger schwerwiegende Verstöße begangen haben. Es besteht aus vier Theorie-Sitzungen und einer Fahrprobe und soll das Risikobewusstsein der Teilnehmer schärfen.
Wird das Aufbauseminar nicht erfolgreich absolviert oder die Teilnahme verweigert, ist die harte Konsequenz die Teilnahme an einer MPU und dem Fahrer wird die Fahrerlaubnis entzogen.
Wichtig: Die Probezeit wird nach dem Verlust der Fahrerlaubnis um die Dauer der Entziehung verlängert.
Wenn du das Aufbauseminar erfolgreich bestehst, erhältst du eine Teilnahmebescheinigung, die du der Führerscheinstelle vorlegen musst. Dadurch vermeidest du den Entzug deiner Fahrerlaubnis. Allerdings bleibt die Probezeit um zwei Jahre verlängert (insgesamt also vier Jahre).
Begeht der Fahrer trotz des erfolgreichen Abschlusses des Aufbauseminars einen weiteren A-Verstoß oder zwei weitere B-Verstöße, so kommt es zunächst zu einer zusätzlichen Verwarnung inklusive Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung.
Spätestens an dieser Stelle sollte sich der Führerschein-Neuling ernsthafte Gedanken um die Voraussetzungen der eigenen Fahrtauglichkeit machen.
Hilft das alles nichts und der Autofahrer erlaubt sich noch einen weiten Verstoß der Kategorie A oder nochmals zwei Verstöße der Kategorie B, ist die MPU die letzte Maßnahme und der Führerschein wird entzogen.
Auch in diesem Fall wird die Probezeit nach dem Verlust der Fahrerlaubnis um die Dauer der Entziehung verlängert.
Fehler sollten am besten von Anfang an vermieden werden. Auch wenn man aus seinen Fehlern lernt, ist es gerade im Straßenverkehr immer ratsam sich strikt an die Verkehrsregeln zu halten. Das gilt auch für Erwachsene die schon lange aus der Probezeit raus sind.
Einer der häufigsten Fehler von Anfängern ist der Verstoß gegen die Null-Promille-Grenze in der Probezeit, der als schwerwiegender Verstoß (A) eingestuft wird. Ein weiteres Problem ist die Unterschätzung der Konsequenzen leichter Verstöße wie die Nutzung des Handys am Steuer oder Falschparken (B-Verstöße)
Die MPU hat zurecht den Ruf, schwierig zu sein. Nicht wenige fallen durch die Prüfung. Dabei spielt der Grund der Anordnung keine Rolle. Egal, ob Alkohol, andere Drogen oder Punkte. Die MPU ist eine Herausforderung, an der viele scheitern, weil sie sich nicht ernsthaft darauf vorbereiten.
Wahr ist aber auch, dass die Personen, die die Situation ernst nehmen und sich gut auf die MPU vorbereiten, zum allergrößten Teil beim ersten Versuch bestehen und ihren Führerschein zurückerhalten.
Daher, sei smart und bereite dich ernsthaft auf Deine MPU vor! Hier bei MPU Wolff helfen wir Dir, Deine MPU zu meistern und Dich sicher zurück hinters Lenkrad zu bringen.
Während der Vorbereitung auf die MPU wird der Prüfling auf die bevorstehenden Fragen vorbereitet. Entgegen vieler Annahmen existiert kein festgelegter Fragenkatalog. Der Gutachter stellt jedoch häufig Fangfragen oder hinterfragt die Antworten mehrfach, was dazu führen kann, dass der MPU-Teilnehmer leicht ins Stocken gerät.
Ein Vorbereitungskurs hilft dem Prüfling, sich intensiv mit den möglichen Fragen auseinanderzusetzen und sein eigenes Fehlverhalten zu reflektieren. Dies ist ein entscheidender Faktor für die Wiedererlangung des Führerscheins. Der Gutachter möchte vor allem sehen, dass der Betroffene sich selbst und sein Fehlverhalten kritisch hinterfragt, idealerweise Einsicht zeigt und seine Einstellung zu verkehrsgefährdendem Verhalten nachhaltig verändert hat.
Wenn du in der Probezeit deinen Führerschein verlierst, wird die Probezeit um die Dauer der Entziehung verlängert. Um eine Neuerteilung deines Führerscheins zu erhalten, benötigst du ein positives MPU-Gutachten.
Die Anzahl der Punkte allein entscheidet nicht über eine MPU, sondern die Art und Häufigkeit der Verstöße sind entscheidend.
Die Kosten für eine MPU in der Probezeit sind genauso hoch wie für die MPU nach der Probezeit. Durchschnittlich betragen die Gesamtkosten inklusive Vorbereitung zwischen 1500 und 3000 Euro.
Wenn man die MPU nicht besteht, bleibt der Führerschein weiterhin entzogen, und man muss die Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen. Zudem entstehen zusätzliche Kosten und eine weitere Wartezeit bis zur nächsten Prüfung.
Thomas Wolff ist Gründer von MPU
Wolff und hilft seit über 8 Jahren als
Berater Menschen erfolgreich ihre
MPU zu bestehen und so ihren
Führerschein zurück zubekommen.
Thomas Wolff ist Gründer von MPU Wolff und hilft seit über 8 Jahren als Berater Menschen erfolgreich ihre MPU zu bestehen und so ihren Führerschein zurück zubekommen.
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